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Sexualpädagogisches Konzept

Sexualpädagogisches Konzept

Entwicklung der kindlichen Sexualität

Kinder sind von Anfang an bereits im Mutterlaib sexuelle Wesen.

Mädchen und Jungen probieren aus, erleben mit allen Sinnen was ihnen gefällt und tun sich dabei nicht weh.

Sexualität läuft nicht triebgesteuert ab.

Kindliche Sexualität ist spontan, Ich-Bezogen und niemals auf eine andere Person ausgerichtet. Außerdem gehört zur kindlichen Sexualität, dass Mädchen und Jungen ihre Körperöffnungen erkunden: Ohren, Nase, Mund sind die Klassiker, in gleicher Weise erkunden Kinder, wie die Scheide und der Po funktioniert oder der Penis und wie lang man ihn ziehen kann. Das alles hat mit Interesse am Entdecken zu tun und ist Teil kindlicher Sexualität.

Von 0-zur Pubertät kann ein Junge grundlos einen stehenden Penis haben. Bei Mädchen ist es normal bereits in den ersten Lebensjahren eine feuchte Scheide zu haben. Dies ist normal und ein Indikator für eine gesunde hormonelle Entwicklung.

Die Selbstbefriedigung ist Teil der kindlichen Entwicklung. Es ist normal, dass sich ein Kind sexuell selbstbefriedigt. Wirkt diese Selbstbefriedigung jedoch krankhaft, ist ein genaueres Hinsehen seitens der pädagogischen Kräfte notwendig um das Hintergrundverhalten zu klären.

Doktorspiele sind von sexuellen Übergriffen zu unterscheiden. Zu ihnen gehört alles was Kinder beim Doktor erleben. Sie lassen sich kennzeichnen als Spiele unter Gleichaltrigen. Doktorspiele erfolgen freiwillig und gewaltlos, ohne das ein Kind ein anderes zu etwas zwingt.

 

Sexuelle Übergriffe

Ein Kind ist niemals Täter!

Sexuelle Übergriffe unter Kindern sind erzwungene Handlungen und das betroffene Kind erleidet, erduldet sie unfreiwillig. Die Erfahrung zeigt, dass die von kindlichen Übergriffen Betroffenen oftmals keine so weitreichenden Folgen erleiden, wie wir Erwachsenen das vermuten. Durch aufmerksames zuhören und beobachten können Erwachsene hier in der Regel erkennen, welche Schritte für beide Beteiligten angemessen sind.

Übergriffe von Kindern müssen ernst genommen werden. Dazu ist es erforderlich, dass Übergriffige Kind zu sensibilisieren und das betroffene Kind handlungsfähig zu machen.

In der Akutsituation bekommt zuerst das betroffene Kind die Aufmerksamkeit, dann das Übergriffige wenn die Übergriffsituation beendet ist.

 

Präventionsarbeit

Nein-Sagen ist eines der Grundprinzipien der Präventionsarbeit. „Mein Körper gehört mir“  Sagen dürfen und alles zurückweisen, was mir körperlich unangenehm ist, das müssen Kinder lernen – und das gilt auch für andere Bereiche. „Weh tun“ darf nicht sein. Außerdem gehört dazu der Mut von Kindern, Hilfe zu holen. Hilfe holen ist nicht petzen! Im Elternhaus und in der Kita müssen Kinder eine Sprache lernen, um Dinge ausdrücken zu können, die sie als nicht in Ordnung erleben. Dann sind Kinder auch fähig, sich an Erwachsene zu wenden und Hilfe in Anspruch zu nehmen.